Ein Sommertag im Südpark – Ein Bericht von unserer Mentorin Lena.

Am Sonntag, den 21. Mai trafen sich Mentees und Mentoren an der S-Bahn Station Heerstraße, um gemeinsam zum Südpark zu fahren. Julian hat das Treffen organisiert und lotste uns ans Ziel. Es waren sehr viele Mentees dabei, was schön war, aber nur wenige Mentoren, was etwas schade war. Das Tolle am Südpark ist, dass es dort eine Sportanlage gibt, wo man kostenlos Sportgeräte ausleihen kann. Man läuft durch einen Torbogen und findet sich in einer Art großem Sportpark wieder: Volleyballfelder, Badmintonfelder, Tischtennisplatten und viel Wiese zum Ausruhen. Wir machten es uns auf der Wiese gemütlich und nach anfänglichem Zögern wurde dann auch Sport getrieben: Ein paar spielten Volleyball, andere Speedminton oder Tischtennis. Ich gehörte zur letzten Gruppe und stellte fest, dass die Tischtennisregeln – wenn man sie streng nimmt – ziemlich kompliziert sind. Dauernd wurde auf Arabisch diskutiert, wer jetzt wo stehen müsse, und die, die kein arabisch sprachen, grinsten sich gegenseitig an, weil sie ziemlich verwirrt waren. Ich glaube, Männer weltweit verbindet die Angewohnheit, Sport äußerst ernst zu nehmen. Wären es nur Frauen gewesen, dann hätten sie vermutlich einfach kreuz und quer gespielt.
Das Wetter war eigentlich perfekt: Sonnig, warm, aber nicht zu warm, ab und zu ein bisschen Wind. Nachdem sich alle ein bisschen verausgabt hatten, zogen wir um auf eine Wiese außerhalb des Sportgeländes. Der ein oder andere Syrer hatte den Wunsch geäußert, Shisha zu rauchen, und innerhalb des Geländes ist das verboten. Wir ließen uns in der Nähe eines großen Teiches nieder, in den später auch ein Ball fallen würde. Wie aus dem Nichts tauchten jede Menge Shishas auf, ich war verwundert, dass so viele eine mitgenommen hatten. Dass man in arabischen Ländern Shisha raucht, das weiß man ja irgendwie, aber dass das so selbstverständlich zum Alltag gehört, war mir trotzdem neu. Aber es stärkt auf eine Art auch gleich das Gemeinschaftsgefühl: Man wird gefragt, ob man mitrauchen will, man setzt sich zu den anderen – und selbst, wenn man nur schweigend um die Shisha herumsitzt, dann fühlt man sich doch gleich zusammengehörig.
Wenn so viele Leute zusammengewürfelt werden, dann wird man natürlich nicht im Handumdrehen miteinander warm. Und wenn man wie ich von Natur aus schüchtern ist, ist das eine noch größere Herausforderung. Super ist immer, wenn ein paar Stimmungsmacher dabei sind, die die anderen animieren und aus ihrer Reserve locken. Solche Menschen schätze ich sehr, weil sie wissen, wie man das Eis bricht. Und nach und nach kommen dann doch alle ins Gespräch. Ein paar spielten Karten, es lief Musik, und so neigte sich der Tag dem Ende entgegen. Ich fände es schön, wenn man solche Treffen öfter machen könnte und so zu einer starken Gemeinschaft wachsen kann. Den Deutschen zeigen, wie man Dapke tanzt, wollte leider niemand. Vielleicht ja beim nächsten Mal!

 

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